Aktuelles

23. August 2021

Nachtdienst auf der kardiologischen Station

Ein Hospitationsbericht von UX Designerin Carina Gansohr

In den vergangenen Wochen hat das Institut Positive Computing der Hochschule Ruhr West gemeinsam mit den Projektteams der beteiligten beiden Krankenhäuser mehrere Workshops durchgeführt mit dem Ziel, Einsatzszenarien für die Datenbrille zu konkretisieren. Die Gesamtorganisation der Veranstaltungen lag bei der Projektkoordinatorin für das St. Franziskus-Hospital Münster und das Maria-Josef-Hospital in Greven, Gerburgis Löckemann.

Angeleitet, moderiert und dokumentiert wurden diese Workshops von Carina Gan­sohr, User Experience (UX) Desi‍gnerin und wissen­schaft­liche Mitarbei­terin am Institut Positive Computing der Hochschule Ruhr West. Entscheidend für das Nutzungserlebnis ist, dass User Experience (UX) Desi‍gnerinnen und Desi‍gner sich in die Rolle der späteren Nutzerinnen und Nutzer der zu entwi‍ckelnden Anwendung hineinversetzen, im vorliegenden Fall also in Pflegefachpersonen auf einer peripheren kardiologischen Station im Nachtdienst. Die dazu durchgeführten Workshops waren dafür ein erster wichtiger Schritt.

Schnell hat sich allerdings herausgestellt: Um sich in der gebotenen Tiefe in die Rolle der potenziellen Anwenderinnen und Anwender hineinversetzen zu können, empfehlen sich Hospitationen auf den projektbeteiligten Stationen der beiden Krankenhäuser jeweils während der Nachtschicht.

UX Designerin Carina Gansohr hat die Eindrücke und Erfahrungen während ih‍rer ersten Hospitation im Maria-Josef-Hospital in Greven in einem aufschlussreichen Erfahrungsbericht dokumentiert, der nachfolgend als PDF-Datei zum Download bereitgestellt wird.

16. Juli 2021

Welches Datenbrillenmodell soll es sein?

Einschätzungen, Anforderungen und Wünsche von Seiten der Pflege

Zum Start des Projekts PARCURA im Mai 2020 hatte auf den projektbeteiligten Stationen kaum jemand ein konkrete Vorstellung davon, was eine Datenbrille, genauer gesagt eine Augmented Realitiy- (AR-) Brille ist. Wie fühlt es sich an, eine Datenbrille zu tragen? Wie lässt sie sich steuern? Und vor allem, wie soll solch eine Brille dazu beitragen soll, die Ar‍beitsbedingungen in der stationären Pflege im Krankenhaus zu verbessern und die Interaktionsarbeit zu unter­stützen.

Von daher lag es nahe, es dem Pflegepersonal und weiteren relevanten Akteuren erst einmal zu ermöglichen, AR-Brillenmodelle und deren unterschiedliche Bedienungs- wie Darstellungsmöglichkeiten kennenzulernen und zu testen. Zuständig hierfür war das Institut Positive Computing der Hochschule Ruhr West. Im bisherigen Projektverlauf konnten drei Datenbrillenmodelle getestet werden:

  • die EPSON Moverio BT-200, ein schon älteres, vergleichsweise leichtes und kleines Modell, dessen Steuerung per Hand über ein kabel­gebun­de­nes, separates Steuergerät erfolgt.
  • die VUZIX Blade, die über ein im Brillenbügel integriertes Touchpad gesteuert wird.
  • die MICROSOFT HoloLens 2, die im Vergleich dazu größer und schwerer ist und deren Steuerung über Handgesten, Eyetracking oder per Sprache erfolgt.

Unmittelbar im Anschluss an die jeweiligen Testläufe wurden die Testpersonen anonym u. a. zu ihrem persönlichen Eindruck und zur subjektiven Bewertung der getesteten Brillenmodelle befragt. Darüber hinaus konnten Wünsche, Befürchtungen und Anforderungen an die Datenbrille geäußert werden – auch im Rahmen weiterer Sitzungen zum Thema.

Wie die Auswertung bislang ergeben hat, wird von Seiten der Pflege mehrheitlich dafür plädiert, die HoloLens 2 als Datenbrillenmodell für die weitere Arbeit im Projekt auszuwählen.

Ein ausführlicher Bericht über den bisherigen Partizipationsprozess zur Auswahl einer aus Sicht der stationären Pflege im Krankenhaus geeigneten Datenbrille befindet sich derzeit in Arbeit und wird zu gegebener Zeit an dieser Stelle zum Download zur Verfügung gestellt.

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Nicole Focke, Fachgesundheits- und Krankenpflegerin von der Projekt-Station 4 im St. Franziskus-Hospital Münster, beim Testen der EP‍SON Moverio BT-200 · Foto © St.-Franziskus-Hospital

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Simone König, Pflegefachleitung der Station B1 des Maria-Josef-Hospitals Greven, beim Testen der Vuzix Blade · Foto © Maria-Josef-Hospital

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Anja Schmidt, Pflegefachleitung der projektbeteiligten Station 4 des St. Franziskus-Hospitals Münster, beim Testen der HoloLens 2 von MICROSOFT · Foto © Jürgen Reckfort

10. Juli 2021

Konkretisierung der Einsatzszenarien der Datenbrille

Design Thinking in den Projektteams mit dem Institut Positive Computing

Zur Konkretisierung der Einsatzszenarien der Datenbrille verfolgt das Institut Positive Computing der Hochschule Ruhr West unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Geisler einen Design Thinking-Prozess. Die PARCURA-Prokjektteams aus den beteiligten Krankenhäusern werden hierbei aktiv involviert.

Die Sitzungen der Projektteams sind so angelegt, dass die Ergebnisse in mehreren Runden aufeinander bezogen und miteinander verzahnt werden, so dass sich die beiden Projektteams bei der Entwicklung von Ideen für die Einsatzszenarien der Datenbrille gegenseitig ergänzen und zugleich inspirieren können.

Angeleitet, moderiert und dokumentiert wird dieser Prozess von Carina Gan­sohr, wissen­schaft­liche Mitarbei­terin am Institut Positive Computing. Begleitet werden die jeweiligen Teamsitzungen von einer Vertre­terin oder einem Vertre­ter des Fach­bereichs Gesund­heit der Fach­hoch­schule Münster, der unter der Leitung von Prof. Dr. Marcellus Bonato zustän­dig ist für die ganzheitliche Wirkungs­analyse des Entwicklungs- und Einführungsprozesses.

Für nähere Informationen zu den genannten Verbundpartnern siehe:

Für nähere Informationen zum Design Thinking wird auf folgenden Online-Beitrag auf der Internetseite des Hasso-Plattner-Instituts verwiesen:

Design Thinking in Aktion während der Projektteamsitzung im St. Franziskus-Hospital Münster am 1. Juli 2021 · © Fotos: Jürgen Reckfort

Design Thinking in Aktion während der Projektteamsitzung im Maria-Josef-Hospital Greven am 8. Juli 2021 · © Fotos: Jürgen Reckfort

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Auszug aus der Präsentation · © HRW

27. Mai 2021

Datenbrillen im Pflegekontext

Präsentation der Umfrageergebnisse des Instituts Positive Computing

Das Institut Positive Computing der Hochschule Ruhr West ist im Projekt PARCURA zuständig für die Bereit­stellung und Erpro­bung der für das System Daten­brille benötigten Hard­ware sowie der partizi­pativen Entwick­lung der Soft­ware inklu­sive Techno­logie­bewer­tung und Inter­aktions­design.

Unter der Leitung von Prof.in Dr.in Sabrina Eimler hat das Institut im ersten Quartal 2021 dazu eine anonyme Online-Umfrage durchgeführt, die an alle interes­sierten Mit­arbei­terinnen und Mit­arbei­ter der beiden projekt­betei­ligten Kranken­häuser gerichtet war.

Das Ziel dieser Umfra­ge bestand darin, Ein­schät­zungen, Ideen zu Anwen­dungs­bereichen, aber auch Beden­ken zu den Einsatz­möglich­keiten von Daten­brillen in der statio­nären Pflege im Kranken­haus heraus­zufinden.

Die Ergebnisse der Umfrage wurden den beiden PARCURA-Projekt­teams am 27. Mai 2021 im Rahmen einer gemeinsamen Online-Sitzung vorgestellt.

Weitere Informationen sind in einem Interview zu finden, das Prof.in Dr.in Sabrina Eimler dem Hoch­schul­netz­werk NRW gegeben hat:

27. Mai 2021

PARCURA-Projektteams gestartet

Ein weiterer Baustein zur praktischen Umsetzung des Partizipationsanspruchs

Dem Memorandum "Arbeit und Technik 4.0 in der professionellen Pflege" folgend hat sich das Projekt PARCURA zum Ziel gesetzt, die relevanten Akteurinnen und Akteure der Pflege explizit an den Prozes­sen der Technik­gestal­tung und -ein­füh­rung zu betei­ligen, im konkreten Fall an der Ein­füh­rung von Daten­brillen.

Dass die praktische Umsetzung dieses Anspruchs in dem durch Schicht­dienst und Arbeits­verdichtung gekenn­zeich­neten Arbeits­alltag der statio­nären Kranken­pflege eine Heraus­forde­rung sein wird, war von Anfang an klar. Kreative und vor allem flexible Ansätze und Ideen sind gefragt, um die Mit­arbeite­rinnen und Mit­arbei­ter der statio­nären Pflege aktiv zu betei­ligen.

Schon bei der Konzipierung des Projekts bestand eine Idee darin, in den projekt­beteiligten Kranken­häusern jeweils eine so genannte "Projekt­pflege­fach­person" einzu­stel­len. Im Rahmen dieser Stelle sollte sie Teil des jewei­ligen Stations­teams sein, darüber hinaus aber auch einen Teil ihrer Stelle exklu­siv für das Projekt abseits des Stations­alltags zur Verfü­gung haben, so dass sie die Perspek­tive der Pflege aktiv inhalt­lich ein­bringen kann, bei­spiels­weise auch in der direk­ten Kooperation mit den Forschungs­partnern.

Eine weitere Idee zur Umset­zung des Partizipa­tions­anspruchs wurde von den projekt­betei­lig­ten Statio­nen selbst initiiert und umgesetzt: die Bildung von Projekt­teams. Ein Projekt­team setzt sich jeweils aus zwei bis drei interes­sier­ten Pflege­fach­personen zusätz­lich zur jeweiligen Projekt­pflege­fach­person, den Pflege­fach­leitun­gen, einem Ver­tre­ter der Mit­arbeiter­vertretung sowie optio­nal den Bereichs­leitungen zusammen.

Aufgabe der Projektteams ist es, in gemeinsamen Sitzun­gen mit den Forschungs­partnern die Exper­tise der statio­nären Pflege in den Prozess der Technik­gestal­tung und -einfüh­rung einzu­bringen; beispiels­weise, wenn es darum geht, mögliche Einsatz­szenarien der Daten­brille zu konkre­tisie­ren. Darüber hinaus fungiert das Projekt­team als Brücke zu den weiteren Kolle­ginnen und Kollegen der Projekt­stationen, die bei Interesse jederzeit zusätz­lich an den Sitzungen teilnehmen oder sich über andere Wege mitteilen können.

Begleitet werden die Projektteams von Gerburgis Löckemann, die in ihrer Funktion als Gesamt­koor­dina­torin der Praxis­partner und Schnitt­stelle zu den Forschungs­partnern alle notwen­digen organisa­torischen Abspra­chen und Vor­berei­tungen trifft, darunter insbesondere auch für die einzelnen Sitzun­gen der Projekt­teams mit den For­schungs­partnern.

Präsenztreffen kamen in den vergangenen Wochen und Monaten auf­grund der Entwick­lungen im Zusammen­hang mit der COVID-19-Pandemie nicht in Betracht. Gemeinsame Sitzun­gen online waren auf­grund techni­scher Restrik­tionen wenig realis­tisch und wurden von einigen Mit­glie­dern des Projekt­teams zudem als nicht ziel­führend angesehen. Aus diesem Grund musste die Arbeit der Projekt­teams bislang ruhen.

Aufgrund der positiven Entwicklung des Infektions­geschehens im Früh­jahr 2021 besteht nun jedoch die berech­tigte Hoff­nung, dass in den Kranken­häusern in Kürze end­lich wieder Präsenz­treffen möglich sein werden, an denen neben den Projekt­teams auch die Forschungs­partner teil­nehmen können.

Hinweis:
Die hier links zu sehenden Fotos der beiden Projekt­teams sind im Juli 2021 während separater Sitzungen in den beiden Krankenhäusern entstanden.

Links
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Das PARCURA-Projektteam der Station 4 im St. Franziskus-Hospital, Münster, von links nach rechts: Anja Schmidt (Pflegefachleitung Stat. 4), Nicole Focke (FGKP, Projektpflegefachperson Stat. 4), Simone Maneke (AP Stat. 4), Jannick Demski (GKP Stat. 4), Luzia Wortmann (Bereichsleitung Kardiologie), Christian Hintz (Mitglied der Mitarbeitervertretung und GKP Stat. 11) · © Foto: Jürgen Reckfort · Aufnahmedatum: 01.07.2021

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Das PARCURA-Projektteam der Station B1 im Maria-Josef-Hospital, Greven, von links nach rechts: Simone König (Pflegefachleitung Stat. B1), Kátia Volk (AP, Projektpflegefachperson Stat. B1), Elke Flakowski (Mitglied der Mitarbeitervertretung und GKP Stat. B1), Jennifer Mietke (GKP Stat. B1), Monika Arciszewska (AP Stat. B1). Nicht im Bild: Melanie Löwer (Bereichsleitung Internistische Stationen) und Carmen Hartweg (GKP Stat. B1) · © Foto: Jürgen Reckfort · Aufnahmedatum: 08.07.2021

AP = Altenpfleger/-in
GKP = Gesundheits- und Krankenpfleger/-in
FGKP = Fachgesundheits- und Krankenpfleger/-in

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Motto des Internationalen Tags der Pflegenden 2021

12. Mai 2021

Zum Internationalen Tag der Pflegenden 2021

Gute Arbeitsbedingungen für Pflegende sind auch im Projekt PARCURA ein wichtiges Thema.

Vor über 200 Jahren, am 12. Mai 1820, wurde die Britin Florence Nightingale geboren, die als Begrün­derin der modernen west­lichen Kranken­pflege und damit als Pionie­rin der bis heute andau­ern­den Profes­sionali­sierung des Pflege­berufs gilt.

Daran soll der vom International Council of Nurses (ICN), dem interna­tio­nalen Berufsver­band der Pflegenden, 1965 erstmals ausgerufene "Inter­natio­nale Tag der Pflege" erinnern, der jährlich am 12. Mai begangen wird.

Der ICN nutzt diesen Aktions­tag, um auf die Leistun­gen der Pflegen­den auf der ganzen Welt aufmerk­sam zu machen und die Situa­tion der Pfle­genden zu verbessern. Das gleiche Ziel verfolgen auch Initia­tiven auf lokaler Ebene. Das Motto im Jahr 2021 lautet "A vision for future health­care", was im deutsch­spra­chigen Raum mit "Für eine Gesund­heits­versor­gung mit Zukunft" über­setzt wird.

Wie dringend notwendig es ist, sich dafür einzusetzen, hat nicht zuletzt die weiter andau­ernde Covid-19-Pande­mie verdeutlicht. In Kombina­tion mit den zuvor schon bekannter­maßen heraus­fordernden Arbeits­bedingungen denken auch in Deutsch­land nicht wenige Fach­kräfte über einen "Pflexit" nach, d. h. über den Aus­stieg aus dem Pflege­beruf. Zugleich gibt es aber auch zahl­reiche Zusammen­schlüsse und Initiativen, die sich für die Verbes­serung der Arbeits­bedin­gungen in der Pflege einsetzen.

Einer von zahlreichen Ansatzpunkten besteht darin, durch den Einsatz techni­scher Assistenz­systeme einen Beitrag dazu zu leisten, Pflegende zu ent­lasten und auf diese Weise die Arbeits­bedingungen zu ver­bessern. Genau hier setzt das vom Bundes­ministe­rium für Bil­dung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt PARCURA an.

Bearbeitet wird der Aspekt guter Arbeitsbedingungen schwer­punkt­mäßig im Rahmen des Teil­vorhabens der TAT Technik Arbeit Transfer gGmbH. Dabei sollen insbeson­dere auch die von der Initiative Neue Qualität der Arbeit veröffent­lich­ten "Leit­sätze für eine neue Qualität der Arbeit in der Pflege" sowie das im Jahr 2018 veröffent­lich­te Memo­ran­dum "Arbeit und Technik 4.0 in der profes­sio­nel­len Pflege" berück­sichtigt werden.

Weiterführende Links

Video-Beitrag im Youtube-Kanal des St. Franziskus-Hospitals Münster

28. April 2021

Vor Ort auf einer der projektbeteiligten Stationen

Ein Video-Beitrag vom St. Franziskus-Hospital Münster

Das St. Franziskus-Hospital Münster ist im Projekt PARCURA für die Koor­dination der beteiligten Praxis­partner zuständig und hat insbesondere auch die Aufgabe, die aktive Beteili­gung der projekt­beteilig­ten Pflege­bereiche sicher­zustellen.

Wie sich das bisher konkret gestaltet, ist in einem jüngst vom St. Franzis­kus-Hospi­tal produ­zier­ten Video-Beitrag auf YouTube und Instagram zu sehen. Darin besucht die Koordina­torin der Praxis­partner, Gerbur­gis Löcke­mann, eine der am Projekt beteiligten kardio­logischen peri­pheren Stationen und dort die beiden Pflege­fach­kräfte Nicole Focke und Jannick Demski.

Nicole Focke erläutert ihre spezielle Stelle als "Projekt­pflege­fachkraft", bei der sie einerseits für das Projekt PARCURA als Teil des Stations­teams selbst in der Pflege arbeitet und darüber hinaus mit dem weiteren Anteil ihrer Stelle an einigen Tagen auch vom Büro­arbeits­platz aus für das Projekt tätig ist.

Gesundheits- und Kranken­pfleger Jannick Demski, der die Gelegen­heit genutzt hat, die vom Institut Positive Computing präparierten Brillen­modelle zu testen, teilt in dem Video-Beitrag seine persönlichen Eindrücke und Einschät­zungen.

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© Institut Positive Computing

10. Februar 2021

Datenbrillen in der Pflege!?

Online-Umfrage des Instituts Positive Computing

Das Institut Positive Computing der Hochschule Ruhr West ist im Projekt PARCURA zuständig für die Bereitstellung und Erprobung der für das System Datenbrille benötigten Hardware sowie der partizipativen Entwicklung der Software inklusive Technologiebewertung und Interaktionsdesign.

In Abstimmung mit den beiden projektbeteiligten Krankenhäusern hat das Institut eine Online-Umfrage konzipiert, die per Smartphone, Tablet oder Desktop ausgefüllt werden kann und die sich an alle interes­sierten Mitarbei­terinnen und Mitarbei­ter der beiden Kranken­häuser richtet. Die Mitarbei­terinnen und Mitarbei­ter sind über die internen Kommuni­kations­kanäle der beiden Kranken­häuser zu der seit heute freigeschalteten Umfrage eingeladen worden.

Ziel der Umfrage ist es, Einschätzungen, Ideen zu Anwendungsbereichen, aber auch Bedenken zu den Einsatzmöglichkeiten von Datenbrillen in der statio­nären Pflege im Kranken­haus heraus­zufinden. Die Befragung dauert ca. 15 Minuten.

Es werden einige Fragen zur Person des Teilnehmenden sowie zur Ein­stellung und bisherigen Erfah­rungen im Umgang mit Technik gestellt. Die Teil­nahme ist frei­willig. Die erhobe­nen Daten werden vertrau­lich behandelt. Die Veröffent­lichung der Ergeb­nisse erfolgt in anonymisierter Form.

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© Pixabay / Marisa_Sias

1. Februar 2021

Datenbrillen und Ethik?

Nicht nur das Pflegefachpersonal der beteiligten Stationen soll im Projekt PARCURA an der Einführung von Datenbrillen beteiligt werden, sondern auch alle weiteren relevanten Akteure. Wie zum Beispiel diejenigen, die sich in den beteiligten Krankenhäusern professionell mit ethischen Fragen im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts auseinandersetzen.

Aber welche ethischen Fragen stellen sich überhaupt beim Einsatz von Datenbrillen in der stationären Krankenhauspflege. Um das zu diskutieren und geeignete Formate für den gemeinsamen Austausch zu finden, fand am 1. Februar 2021 ein erstes Treffen mit Vertretern des Klinischen Ethikkomitees des St. Fransziskus-Hospitals Münster statt.

26. Januar 2021

Demonstration von Datenbrillen in den projektbeteiligten Krankenhäusern

Datenbrillen, die Hardware selbst und deren Bedienungs- wie Darstellungs­möglichkeiten einmal selbst kennenzulernen – dazu haben das Pflegefach­personal und weitere interes­sierte Akteure in den beiden projekt­betei­lig­ten Kranken­häusern aktuell noch bis zum 10. Februar 2021 die Gelegenheit.

Technisch präpariert wurde die Demonstration der Daten­brillen durch das Institut Positive Computing der Hoch­schule Ruhr-West. Vor Ort koordi­niert und durch­geführt wurden die Demon­stra­tionen durch die Koordina­torin der Praxis­partner, Gerburgis Löcke­mann, und Nicole Focke, die seit dem 1. Oktober 2020 nicht nur für das Projekt PARCURA tätig ist, sondern auch als Gesund­heits- und Kranken­pflegerin auf der projekt­beteilig­ten Station 4 im St. Franzis­kus-Hospi­tal im Einsatz ist.

Klar ist schon jetzt: Für die, die bereits an einer solchen Demonstration teilnehmen konnten, war es auf jeden Fall spannend, Datenbrillen einmal selbst auszuprobieren und eigene Ideen wie eventuelle Bedenken einbringen zu können.

Im weiteren Verlauf des Projekts wird es nun darum gehen, für die Pflegepraxis geeignete Brillenmodelle auszuwählen und gemeinsam mit den Pflegenden Inhalte und Darstellungsformen zu entwickeln und zu testen, die geeignet sind, die Pflegearbeit zu unterstützen und die Interaktionsarbeit zu fördern.

Die Berichte über die Datenbrillen-Demonstrationen in den hausinternen Zeitschriften der beiden Krankenhäuser sind nachfolgend dokumentiert:

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Nicole Focke, Gesundheits- und Krankenpflegerin von der Projekt-Station 4 im St. Franziskus-Hospital, Münster · Foto © St.-Franziskus-Hospital

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Carmen Hartweg, Gesundheits- und Krankenpflegerin von der projekt­beteilig­ten Station B1 des Maria-Josef-Hospi­tals, Greven, beim Testen der Microsoft Holo­Lens 2 · Foto © Maria-Josef-Hospital

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Ein Kollege des Pflegefachpersonals der projekt­beteilig­ten Pflege­station B1 im Maria-Josef-Hospi­tal Greven während Arbeiten im Kranken­haus­informa­tions­system ORBIS · © Maria-Josef-Hospital

5. November 2020

Wie kommen die Daten eigentlich in die Datenbrille?

In Krankenhäusern werden für das Erfassen, Bearbeiten und Weitergeben von medizinischen und administrativen Daten so genannte Kranken­haus­informa­tions­systeme (KIS) verwendet. Diese werden und müssen auch genutzt wer­den, um Pflege­tätig­keiten nach­träg­lich zu dokumen­tieren – eine Tätigkeit, die aufwändig und patientenfern ist, und die von den Pflegenden meist nicht besonders geschätzt wird, weil damit weniger Zeit für die Inter­aktions­arbeit an und mit den Patientinnen und Patienten zur Ver­fügung steht.

Kann eine Datenbrille Abhilfe schaffen, indem die erfor­der­liche Doku­menta­tions­arbeit quasi "on-the-fly" per Spracheingabe erledigt und ggf. mit Fotos beispielsweise zur Wunddokumentation angereichert wird? Hilfreich wäre es sicher auch, wenn Pflegende auf dem Weg zur Patientin oder zum Patien­ten per Daten­brille die aktuel­len Patienten­daten aus dem Kranken­haus­informa­tions­system (KIS) abrufen könnten, zum Beispiel Name, Haupt­diagnose, Medika­tion, Aller­gien.

Aber geht das so ohne Weiteres? Wie funktioniert die Schnittstelle zwischen KIS und Datenbrille? Welche technischen, rechtlichen und mögli­cher­weise wirtschaftlichen Restriktionen sind zu beachten?

Hierzu fand am 5. November 2020 ein Austausch zwischen Vertretern des Forschungsinstituts Positive Computing, den projektbeteiligten Kranken­häusern und der FACT IT GmbH statt, die als IT-Dienstleister für die Kranken­haus­infor­mations­systeme der beteilig­ten Kranken­häuser zuständig ist. Vorge­stellt wurde das im Einsatz befind­liche Kranken­haus­informa­tions­system ORBIS. Schwer­punkt waren die pflege­rischen Tätig­keiten und dazu­gehörigen Funk­tionen.

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ab 28. Oktober 2020

Auswirkungen der COVID-19 bedingten Beschränkungen auf PARCURA

Aufgrund des Infektionsgeschehens im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie wurde deutschlandweit ab dem 28. Oktober bis zum 15. Dezember 2020 ein so genannter "Lockdown light" verordnet. Wegen weiterhin hoher Infektionszahlen wurde dieser Lockdown ab dem 16.  Dezember 2020 weiter verschärft. Wie andere Projekte im BMBF-Förderschwerpunkt "Arbeiten an und mit Menschen" war hiervon auch das Projekt PARCURA betroffen.

Betroffen war nicht nur die Arbeit innerhalb der einzelnen Teilvorhaben des Projekts, sondern auch die Zusammenarbeit im Verbund. Erfreulicherweise konnte das vergleichsweise schnell ausgeglichen werden, etwa durch die Nutzung von Online-Meetings.

Für ein Projekt wie PARCURA, bei dem es zentral um die Ein­führung von Daten­brillen in der Pflege im Kranken­haus unter aktiver Beteili­gung des Pflege­fach­personals geht, haben sich die COVID-19-Beschränkungen aller­dings in ganz besonderem Maße auf die Projektarbeit ausgewirkt:

  • Zunächst einmal haben in der Pflege tätige Personen im Krankenhaus angesichts von COVID-19 und mit Blick auf die Befürchtungen für die Gesundheit von Patientinnen und Patienten, Angehörigen wie auch für die eigene Gesundheit verständ­licher­weise ganz andere Sorgen, als sich mit der Einführung von Datenbrillen zu beschäf­tigen.
  • Für das Projekt PARCURA kam erschwerend hinzu, dass die Kranken­häuser sehr flexibel auf die Entwicklungen des Infektions­geschehens reagieren mussten, was dazu geführt hat, dass bisherige Teams in teils neuen Zusammen­setzungen arbeiten mussten, Pflegende auf anderen Stationen eingesetzt wurden oder wie im konkreten Fall eine bisher projektbeteiligte kardiologische Station in eine COVID-19-Station umgewandelt wurde.
  • Unabhängig von der individuellen Wahrnehmung der Pflegenden kommt hinzu, dass Krankenhäuser als Teil der so genannten "kritischen Infra­struktur" (KRITIS) sicherzustellen haben, dass das Virus nicht durch externe Besucher in das Krankenhaus hineingetragen und die Gesundheit sowohl der Patientinnen und Patienten wie des Krankenhauspersonals gefährdet wird. Der Feldzugang für die PARCURA-Forschungspartner war aus diesem Grund nicht möglich.

Die Probleme beim Feldzugang konnten größtenteils durch Personen kom­pen­siert werden, die in den beiden projekt­beteiligten Kranken­häusern extra für das Projekt eingestellt worden sind, um einerseits für das Projekt zu arbeiten, die andererseits aber auch als Pflegefachpersonen auf den projekt­beteiligten Stationen tätig sind und so im direkten Kontakt mit den auf diesen Stationen in der Pflege tätigen Personen stehen.

Trotz der widrigen Umstände besteht die Hoffnung, dass es im weiteren Projektverlauf wieder möglich sein wird, die Pflegenden wie auch weitere relevante Akteure aktiv in Form von Präsenztreffen in den Prozess der Einführung von Datenbrillen einzubinden.

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Quelle: PIXABAY

27. Oktober 2020

Was sagt die Mitarbeitervertretung zum Projekt PARCURA?

Partizipative Einführung von Datenbrillen im Krankenhaus – damit ist gemeint, dass alle relevanten Akteure in den Prozess einbezogen wer­den. Zu den relevanten Akteuren gehört nicht nur das Pflege­fach­personal der projekt­beteiligten Stationen, sondern ins­besondere auch die betrieb­liche Mitarbei­terver­tre­tung (MAV). Die Besonder­heit ist, dass es sich bei den betei­ligten Kranken­häusern um kirchliche Einrich­tungen, genauer gesagt um Einrich­tungen der katholi­schen Kirche handelt, für die eine eigene Mitarbeiter­vertre­tungs­ordnung gilt.

Ende Oktober 2020 fand ein erstes Informations­gespräch mit Vertrete­rinnen und Vertre­tern der MAV statt, bei dem das Projekt PARCURA, der betei­ligungs­orientierte Projekt­ansatz und das geplante methodische Vorgehen vorge­stellt wurden. Die MAV hat bei diesem Gespräch signali­siert, dass man techni­schen Neue­rungen grund­sätzlich positiv gegenüber steht.

Gefordert wurde allerdings, dass Ängste und Befürchtungen der hiervon betroffenen Mitarbeite­rinnen und Mitarbei­ter ernst genommen werden und dass die Einfüh­rung der techni­schen Neue­rung nicht zu Nach­teilen für die Mitarbei­tenden führen darf. Genannt wurden insbe­sondere folgende Anfor­derungen:

  • Die Einführung der technischen Neuerung darf nicht zu einer Weg­rationa­lisierung von Perso­nal bzw. zur Verdich­tung von Arbeit führen.
  • Es darf keine gesundheitlichen und vergleichbaren Belastungen geben, etwa durch Strahlenbelastung, Wärmeentwicklung u.V.m.
  • Die Datensicherheit muss gewährleistet sein.
  • Es darf nicht zu Nachteilen führen, wenn man mal einen Fehler macht, der durch die Datenbrille ggf. dokumentiert wurde.

Damit diese und weitere wichtige Aspekte gewährleistet werden, ist vor­gese­hen, die MAV weiterhin aktiv am Projekt PARCURA zu beteiligen.

Wer sich für das Thema "Kirchliche Mitbestimmung" interessiert, sei verwiesen an folgende Veröffentlichung von ver.di:

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Das Pflegepersonal der projektbeteiligten Station am Maria-Josef-Hospital Greven bei einer Kartenabfrage zu Erwartungen und Befürchtungen · Foto © Maria-Josef-Hospital

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Das Pflegepersonal der projektbeteiligten Station am St. Franziskus-Hospital Münster bei der Kartenabfrage · Foto © St.-Franziskus-Hospital

20. und 21. Oktober 2020

Workshops mit Pflegefachpersonal zu den Chancen und Risiken des Einsatzes von Datenbrillen in der Pflege

"PAR" steht in PARCURA für Partizipation. Um diese Idee mit Leben zu füllen, wurden erste Work­shops für das Pflege­fach­personal der projekt­beteiligten Stationen im St.-Franziskus-Hospital in Münster und Maria-Josef-Hospital in Greven orga­nisiert.

Teils regulär stattfindende, teils eigenständig zu diesem Zweck organi­sierte Team- und Stations­sitzungen wurden genutzt, um den Teams die Inhalte und Ziele des Projekts PARCURA noch einmal näher­zubringen, nach­dem bereits zu Projekt­beginn im Juli und August erste Informations­veranstal­tungen im kleineren Rahmen, beispiels­weise vor und im Anschluss an die Über­gaben auf den Stationen, stattgefunden hatten.

Auf dieser Grundlage wurden nun erste spontane Eindrücke zum Einsatz von Daten­brillen in der stationären Pflege ein­gesammelt, zu den Chancen, aber auch den Risiken und indivi­duel­len Befürchtungen. Daneben wurden Tätig­keiten und Prozesse im Stations­alltag auf­genommen, die erste Hinweise für Einsatz­möglich­keiten einer Daten­brille liefern können.

Organisiert wurden die Workshops von der Koordinatorin der Praxispartner, Gerburgis Löckemann. Die Befragungen des Pflegepersonals hat Prof. Dr. Bonato vom Fachbereich Gesundheit der FH Münster University of Applied Sciences durchgeführt.

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Die konstituierende Sitzung des Steuerungskreises als Präsenztreffen in Räumlichkeiten des Transferzentrums für angepasste Technologien in Rheine · Foto: © Jürgen Reckfort

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Austausch der vor Ort anwesenden Mitglieder des Steuerungskreises während einer Pause · Foto: © Jürgen Reckfort

23. Juli 2020

Start des Projekts PARCURA

Konstituierende Sitzung des Projektsteuerungskreises

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts "Zukunft der Arbeit: Arbeiten an und mit Menschen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat sich die TAT Technik Arbeit Transfer gGmbH Ende Januar 2018 zusammen mit zwei weiteren kompeten­ten Forschungs­partnern sowie zwei Kranken­häu­sern und einem IT-Dienst­leister erfolg­reich um die Förderung des Verbund­vorhabens PARCURA beworben.

Mit dem Ziel, die Qualität der Arbeit in der Pflege zu verbessern und die Interak­tions­arbeit zu erleichtern, sollen im Projekt PARCURA Funktiona­litäten für Daten­brillen entwickelt werden, die auf die Bedarfs­lage des Pflege­fach­personals zugeschnit­ten sind.

Darüber hinaus soll ein Vor­gehens­modell zur parti­zipativen Einführung einer techni­schen Neuerung entwickelt werden, das über das Erprobungs­gebiet "Kardio­logische Normal­station im Nacht­dienst" hinaus Anwendung finden kann.

Der Steuerungskreis des Projekts hat sich am 23. Juli 2020 zu einer ersten, konstituierenden Sitzung in Räumlichkeiten des Transferzentrums für ange­passte Technologien in Rheine getroffen.

Für detaillierte Informationen über das Projekt PARCURA siehe: